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Europa macht Schule

  Das EGG hat im Programmjahr 2019/2020 am Programm „Europa macht Schule“ teilgenommen.

KAI

El viento azotaba sin piedad las ramas de los árboles, y su terrible rugido envolvía implacablemente la granja, que soportaba las sacudidas con heroísmo, dejando escapar solo algún crujido ocasional en las embestidas más fuertes. El cielo estaba totalmente despejado, pero no había luna, y elle hacía que la noche fuera especialmente oscura.

Hört sich spanisch an, klingt aber auf jeden Fall richtig gut, vor allem, wenn eine waschechte Spanierin diese Sätze vorliest. In diesen Genuss kam am 13. März 2020 die Klasse 8a. Im Rahmen des Projektes „Europa macht Schule“ (siehe Kasten) kam Ana Buelga in die Klasse. Sie ist Erasmus-Studentin in München, studiert in ihrer Heimat „Klassische Philologie“ und kam für zwei Studiensemester nach München, weil die LMU für Latein und Altgriechisch einen exzellenten Ruf hat. Kurz nach dem Projekttag kehrte Ana aufgrund der Corona-Pandemie nach Spanien zurück und macht ihre ausstehenden Prüfungen, zumindest die mündlichen, jetzt online.

Mit anschaulichen Darstellungen führte Ana in die Geographie und Kultur Spaniens ein, wobei sie neben den vielen geographischen und kulturellen Besonderheiten Spanien den Schwerpunkt auf ihrer Heimat Galizien setzte. Die gängige Meinung, Spanien sei vor allem heiß und trocken, trifft auf Galizien mit seinem milden, aber feuchten Klima nicht zu. Als Relikt der keltischen Besiedelung ist der Glaube an übernatürliche Kräfte und maigas (Hexen) noch in Liedern und Erzählungen vorhanden. Sich auf etwas festlegen wollen die Galizier auch nicht, so sei eine typische Redewendung „Kommt drauf an“. Während in Andalusien Flamenco getanzt wird, sind es in Galizien die muiñeiras.

Ein weiterer Schwerpunkt war spanische Fantasy-Literatur. Ana wählte hierzu die spanische Autorin Laura Gallego García aus. In Spanien ist sie den meisten Jugendlichen bekannt, einige Werke sind auch auf deutsch übersetzt („Finis Mundi“, „Das Tal der Wölfe“, die Trilogie „Geheime Welt von Idhún“) Die jugendlichen Helden erleben wie in vielen Fantasy-Büchern den Übergang von der realen in eine fiktive Welt und sind dort zumeist Todesgefahren ausgesetzt. Jedoch sind bei Laura Gallego García auch die Gefühle der Helden stets im Vordergrund, positive wie Freude und Zuversichtlichkeit, aber auch negative wie Wut, Enttäuschung und Verzweiflung. Freundschaft und Hilfsbereitschaft sind wichtige und oft lebensnotwendige Bestandteile in ihren Büchern, ohne die das Böse nicht besiegt werden kann.

Insgesamt war dieser Tag ein recht kurzweiliger Vormittag, denn Ana gestaltete neben einigen Erklärungen und prezi-Vorträgen den Tag recht kurzweilig. Das Wissen über Spanien konnten die Schüler in einem von Ana selbst gestalteten kahoot-Quizz überprüfen. Weiterhin sollten die Schüler aufgrund von Titel und Titelbild und dem gelernten Wissen um fantastische Literatur Inhalte vorhersagen. Auch ein Laut-Diktat stand auf dem Programm, bei dem mehrere Schüler über Abstand hinweg gleichzeitig spanische Passagen aus Laura Gallego Garcías Büchern diktieren mussten, was recht lustig war, weil auch Mimik und Gestik dabei stark benutzt wurden.

Für die Schüler, aber auch für Ana war dieser Tag leider der letzte relativ normale Schultag vor dem Shut-Down, denn wenige Minuten nach Ende des Projekts kam die Durchsage von Herrn Schröder, dass die Schulen ab dem kommenden Schultag auf noch unbestimmte Zeit geschlossen werden würden und jeder Schüler erhielt als „Abschiedsgeschenk“ seine mebis-Zugangsdaten. Als einer der ersten Arbeitsaufträge in Deutsch sollten die Schüler dann einen spanischen booktrailer zu „Finis mundi“ vertexten und als Powerpoint einreichen.

Europa macht Schule (EmS) ist ein Programm zur Förderung der Begegnung unter jungen Europäer/-innen, das auf ehrenamtlicher Basis durchgeführt wird. Ziel ist es, den Gedanken des europäischen Austauschs lebendig werden zu lassen sowie gesellschaftliches Engagement und politische Partizipation zu fördern. Auf diese Weise erleben alle Beteiligten Europa und seine Kulturen persönlich und unmittelbar. Der interkulturelle Austausch soll einen aktiven Beitrag zur Völkerverständigung in Europa leisten. Durch die Teilnahme an EmS lernen alle Beteiligten Unterschiede und Gemeinsamkeiten europäischer Nachbarländer kennen. So wird das theoretische Wissen über Kulturen praktisch „greifbar“ und Vorurteile werden abgebaut. Europäische Gaststudierende werden zu Mini-Botschafter/-innen ihres Landes, indem sie dessen Besonderheiten auf kreative Weise in Schulen in ganz Deutschland vorstellen – Europa wird lebendig!“ (Quelle: https://www.europamachtschule.de/)

Unter dem Dach vom Verein Europa macht Schule e.V. führen ehrenamtliche Standort-Teams das Programm an derzeit etwa 35 Standorten in ganz Deutschland durch. Die Standort-Teams werben europäische Studierende an und betreuen sie über das gesamte Programmjahr. Koordiniert wird das Programm in hauptamtlicher Tätigkeit vom Deutschen Akademischen Austauschdienst e.V.  (DAAD) in Bonn. Gefördert wird das Programm vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Im April 2017 übernahm Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Schirmherrschaft.

Kurze (mündliche) Statements nach dem Projekt

Ich fand den Tag sehr schön. Wir hatten sehr viel Spaß, vor allem ich. Uns wurden viele Bücher vorgestellt und ich selber lese gerne fantasy-Bücher und deswegen hat es mir sehr, sehr viel Spaß gemacht und ich wünsche auch viel Glück und viel Erfolg für Ana.“ (Kajani, 8a)

Ana saß am Freitag vor dem Projekt neben mir, sie war auch sehr interessiert und es hat mir auch gefallen. Sie hat auch ein bisschen spanisch mit mir geredet. Das war auch sehr toll. Das Projekt war auch sehr toll, weil sie sich viele verschiedene Sachen ausgedacht hat, die sehr kreativ und abwechslungsreich waren und ich hoffe, dass sie in Zukunft genau so weitermacht und sehr viel Glück und Erfolg hat.“ (Merjem, 8a)